Imaginationstherapie

Eine Imaginationstherapie dient vorrangig dazu, ein bewussteres Erleben innerer, Angst erzeugender Bilder, zu erreichen. Somit die gezielte Konfrontation mit Situationen und unbewältigten, inneren Konflikten, denen sich das Bewusstsein nicht freiwillig zu stellen gewillt ist, zu forcieren. Vorrangiges Ziel ist nicht, auf therapeutischer Basis die Probleme zu analysieren, sondern vielmehr, dass sich der Patient den Problemen zunächst einmal überhaupt stellt. So soll er in die Situation versetzt werden, aktiv Einfluss auf die Angst erzeugenden Bilder nehmen zu können, wodurch sich Blockaden lösen können. Der in anderen Fällen durchaus nützliche Selbstschutz des Unterbewusstseins soll also soweit gelockert werden, dass ein Zulassen der Bilder und ein sich dem entsprechendes damit Auseinandersetzen ermöglicht werden. Sobald dieser Schritt vom Patienten geschafft wurde, ergeben sich Erklärungen und Deutungen meist von selbst; ein Loslassen des Unerwünschten bei gleichzeitiger Konzentration auf Neues und Schönes wird dadurch erreicht.

Diese Therapie wird insbesondere bei wiederkehrenden Panik-Attacken und Alpträumen sowie sonstigen Angst-Störungen angewendet. Ebenso bei leichten Depressionen und Stress bedingten Gesundheitsstörungen, wie beispielsweise Schmerzsyndromen, sowie beim Burnout-Syndrom. Auch bei psychosomatischen und -vegetativen Störungen hat sich die Imaginationstherapie bereits bewährt, ebenso wie bei Hypochondrie und massiv mangelndem Selbstwertgefühl. Außerdem sind Erfolge zu verzeichnen bei der Aktivierung der Selbstheilungskräfte und der Selbsterkenntnis. Die Imaginationstherapie dient nicht dazu, beängstigende Bilder zu verjagen, sondern ihnen die Bedrohlichkeit zu nehmen bzw. sie zumindest soweit zu verändern, dass der Patient wieder beruhigt durchatmen und das Leben genießen kann. Durch systematische Bewusstseinsarbeit zwischen Therapeut und Patient, und zwar durch gezielte Fragen und Anregungen innerhalb von Gesprächen, wird die innere Ordnung des Patienten Schritt für Schritt wieder hergestellt.